Vor zwanzig Jahren veränderte sich in den ersten Novembertagen die Welt. Hunderttausende waren in der DDR auf den Straßen und forderten demokratische Veränderungen. Am 9. November 1989 passierte schließlich das Undenkbare: Die Mauer fiel.
Ost und West, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, sorgten für offene Grenzen und schlugen ein neues Kapitel der Geschichte auf. Der ZDFtheaterkanal nimmt den 20. Jahrestag zum Anlass, auf deutsch-deutsche Ereignisse im Allgemeinen sowie die Rolle des DDR-Theaters und seiner Macher im Besonderen zu schauen.

Zwei Schauspieler dieser Zeit belegen die Auseinandersetzung der Theatermacher mit der damals aktuellen Situation. In "Ritter der Tafelrunde", aufgezeichnet 1989 im Staatsschauspiel Dresden, benutzt Christoph Hein die Figuren des Artus-Mythos zu einem zeitkritischen Befund über die DDR. 1990 entstand Christoph Rüters Dokumentarfilm "Die Zeit ist aus den Fugen" über Heiner Müllers Probenarbeiten mit dem Ensemble des Deutschen Theaters in Ost-Berlin zu dem Projekt HAMLET/MASCHINE. Während dieser Zeit brach in der DDR die "erste deutsche, friedliche Revolution von unten" (Heiner Müller) aus.
In "Die Übergangsgesellschaft" schreibt Volker Braun Tschechows "Drei Schwestern" fort. Aus Moskau in die DDR gekommen, leben Olga, Mascha und Irina mit ihrem Onkel in der Villa eines ehemaligen Rüstungsfabrikanten aneinander vorbei, als wäre die Zeit seit Tschechow stehen geblieben. Thomas Langhoff inszenierte die Komödie 1990 am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Das Theater, das wie kein anderes mit der DDR-Geschichte verbunden ist, wird in einer neuen Folge der "Theaterlandschaften" ausführlich vorgestellt.

Im neuen FOYER extra: "Das Theater und die Revolution in der DDR" lassen Jobst Knigge und Claudine da Rocha die letzte, spannende Phase des DDR-Theaters lebendig werden. Zu Wort kommen Uwe Kockisch, Jutta Wachowiak, Julia Jäger, Thomas Langhoff, Hasko Weber, Wolfgang Engel u. a. Auf 40 Jahre DDR-Theatergeschichte blicken die Autoren Thomas Irmer und Matthias Schmidt in ihrem zweiteiligen Grimme-Preis-gekrönten Film "Die Bühnenrepublik: Theater in der DDR" zurück. Das Theaterstück "Staats-Sicherheiten", das 2008 in Potsdam uraufgeführt wurde, adaptierte Clemens Bechtel für seinen gleichnamigen Film. 15 ehemalige Stasi-Häftlinge schildern ihre Erfahrungen vor, während und nach der Haft.
Ein ganz ähnliches Thema behandelten 2006 Marc Bauder und Dörte Franke in ihrem Fernsehfilm "Jeder schweigt von etwas anderem" über drei unterschiedliche und ehemals inhaftierte Staatsfeinde der DDR, die später zu "freigekauften" Bundesbürgern wurden. Porträts des Regisseurs Armin Petras (Reihe: "Abgeschminkt") ) und des kurz vor dem Mauerfall verstorbenen Kabarettisten Wolfgang Neuss ("Das Neuss-Testament") sowie der Vierteiler "Liebesau - Die andere Heimat" über das Leben in einem Dorf während der Jahrzehnte der DDR ergänzen den Programmschwerpunkt 20 Jahre Mauerfall im November .